DIE BSG L.E. UND UNSERE 1. GROSSE PROTESTAKTION

seit dem 1. märz 2012 verleiht die bunte strick guerilla leipzig (BSG L.E.) ihrem protest gegen den neuen konsumtempel „höfe am brühl“ öffentlich ausdruck.

die diskussionen um die neugestaltung des brühls und die darauf folgende unruhe unter den bürgern leipzigs, ihre kritik und unzufriedenheit, veranlasste uns zu diesem projekt, welches seit mittwoch nacht am richard-wagner-platz vorzufinden ist.

der großteil der befragten leipziger favorisierte die entstehung einer familienfreundlichen grünfläche, möglicherweise sogar mit einem großen spielplatz und einer weiteren skateboardanlage für jugendliche.

wider den interessen ihrer bürger gab die stadt den kaufzuschlag einem großinvestor. kurzfristig betrachtet werden haushaltslöcher gestopft bzw. schulden abgebaut – eigentlich nichts verwerfliches. allerdings wurden offensichtlich an den verkauf des geländes keine bedingungen geknüpft, die den wünschen der leipziger auch nur ansatzweise entsprechen. weder eine dachbegrünung noch ein richtiger indoor-spielplatz sieht das neue einkaufszentrum vor.
da stellt sich uns so manche frage:

ist es von nöten das stadtzentrum in einen ballungsraum des konsums zu verwandeln?
wozu dann noch die „historische blechbüchsen-fassade“ bei diesem anmaßend überdimensionalen, futuristischen bau ohne jeglichen charme?
die minimalistische innen-begrünung, stellt sie das sprichwörtliche „zuckerbrot“ dar?
wo spielen die kinder der konsumierenden mütter und väter? würden sie ihr kind in einem laut betreiber-homepage undefinierten „spiellabor“ abgeben?

auch die „sanierung“ des angrenzenden richard-wagner-platzes stellt für uns keine adäquate alternative dar. bei einem städtischen eigenanteil von knapp1,7 millionen euro fragen wir nach der tatsächlichen effizienz, des gesamten bauunterfangens auf und um den brühl.

bäume fällen, um neue zu pflanzen, damit die baumart stimmt? bäume umsetzen, damit eine geometrisch sterile form erzeugt wird? schulden abbauen wollen, aber brunnen errichten, deren wartung jährlich allein ca. 29.000 euro kostet?
wo bleibt da die logik der kosteneinsparung und der nachhaltigkeit? selbst die angedachten ökologischen aspekte der höfe werden erst noch diskutiert, sie stehen demnach nicht einmal fest.

unser projekt soll jedem, der es sieht und sich darin bewegt, die illusion eines spielplatzes, eines grünen fleckchens der erholung, vermitteln, wie es keines in der gesamten innenstadt gibt – wobei wir die wiese an der thomaskirche als auch den bereich neben der moritzbastei als nicht ausreichend erachten.

wir fordern:
grünflächen statt kommerztempel!
wiese statt beton!
spielen statt konsumieren!

quellen:
www.hoefe-am-bruehl.de
http://notes.leipzig.de/appl/laura/wp5/kais02.nsf/docid/000FEEEADBB62D48C12578FB002B20E2/$FILE/V-ds-1652-text.pdf

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